Torsten Prix – Extrem schwer

 Torsten Prix’ Zeit vor Extrem schwer, wie konnte es soweit kommen?

Die Kurzform über den Weg hin zu 260 Kilogramm

Mittlerweile bin ich 26 Jahre alt, aus dem Haus meiner Eltern – ins schöne Bonn – ausgezogen und tue die Dinge, die ich liebe und für die ich gelernt habe mich zu begeistern. Nun aber mehr zu meiner Vorgeschichte:

Torsten-Prix-Extrem-Schwer-220-Kilo

Torsten Prix mit bereits 40 Kilo weniger beim Finale seiner TV Show “Extrem schwer”.

Schon als Kind verlor ich ( oder sollte ich eventuell auch sagen “Meine Eltern” ? ) die Kontrolle über mein Gewicht, ich war immer der fetteste Junge in der Gruppe meiner Freunde.
Egal an welches Lebensjahr ich mich zurück erinnere, ich kann immer nur von mir selbst behaupten, fett gewesen zu sein. Als Kind wird viel mit Babyspeck abgetan, aber den Grad hatte ich wahrscheinlich schon mit fünf, sechs Jahren überschritten. Ich war zwar immer sportlich aktiv, aber leider kann kein Sport der Welt eine unfassbar ungesunde, von Transfetten/Zucker geprägten Ernährung kompensieren.

Schon als ich Neun Jahre alt war, war ich deutlich zu schwer und breit für mein Alter. Zur Kinderkommuion musste ich mit einer fliederfarbenen Jacke gehen, weil einfach keine andere in dieser Größe und in diesem Preissegment da war. Mit dem Geld der Kinderkommunion kaufte ich mir meinen ersten Computer.
Als ich irgendwann im früh jugendlichen Alter von 15 oder 16 Jahren alle sportlichen Aktivitäten an den Nagel hing, schlich sich der Computer in meine Welt.
Früher war es mal eine Partie Fifa und mal ein Level in “Tomb Raider”, aber mit der Zeit wurde ich süchtig. Süchtig nach “PC spielen”, ich verbrachte jede freie Sekunde daran.
Vor einigen Jahren kam ich noch aus der Schule, schmiss so schnell es geht – alle Sachen in die Ecke, zog mich um und lief zu den anderen Jungs auf den Sportplatz – heute hatte sich der Ablauf ein bisschen geändert. Ich kam nachhause, lief hoch in mein Zimmer und startete den Computer noch bevor ich Jacke und Rucksack ablegen konnte.

Hinzu kam mein ständig steigendes Gefühl der Einsamkeit.

In der Schule sagte man mir jedes mal aufs neue, wie klug ich sei und das ich mit ein bisschen Engagement doch sehr viel erreichen könnte.. Problem war nur, dass eben dieses Engagement für den Computer drauf ging. Meine Ernährung war zu diesem Zeitpunkt komplett aus den Fugen geraten, hatte ich früher 2-3x pro Woche Pizza, Lasagne oder Nudeln gegessen, so fanden sich diese Gerichte nun beinahe täglich auf meinem Teller wieder.
Für die Langeweile zwischendurch war immer mit genügend Eistee und Süssigkeiten vorgesorgt. Ich aß, ohne es zu registrieren.
Es war so viel einfacherer die Einsamkeit, die fehlenden sozialen Kontakte und vor allem das fehlende Selbstbewusstsein zu kompensieren. Dieser Tagesablauf schlich sich in mein Leben, bis ich 24 Jahre alt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ich 260 Kilo schwer, so schwer wie drei 1,90m große Männer. Ich alleine wog so unfassbar viel.

Durch das Gewicht hatte ich unvorstellbare Schmerzen, selbst beim sitzen tat mir nach kurzer Zeit alles weh. Ansonsten ging ich 10 Meter und es fühlte sich an, als ob sich meine Wirbelsäule spaltet, ich ging 20 Meter – war ich so nass geschwitzt, als wäre ich mit samt Klamotten, ins Schwimmbad gesprungen. Ich hatte kein Leben mehr, es war alles vorbei – kein Erfolg in der Onlinewelt, konnte mein nicht vorhandenes “echtes Leben” aufwiegen. Ich entschloß mich endlich meine Zukunft, die gerade auf einen schnellen Tod hinauslief, in eine positive Richtung zu lenken.

Ich ging zu meinem Arzt, holte mir Informationen über Möglichkeiten der Magenoperationen ein. Er empfahl mir die Adipositas Klinik in Dinslaken. Ich wurde dort bei Prof. Dr. Erhardt vorstellig und erkundigte mich, wie wir weiter vorgehen können. Seine Empfehlung war ein Magenschlauch.

Ich entschied mich den Schritt zu wagen und das “Multimodale Konzept (MMK)” zu befolgen. Ich besuchte eine Selbsthilfegruppe in Düren, eine Psychologin, hatte Gespräche mit einem Ernährungsberater, führte Ernährungstagebuch und baute tägliche Bewegung in meinen Tagesablauf ein ( tägliches Schwimmen ). Nach monatelangem zittern, kam die Zusage für eine Übernahme der Kosten durch meine Krankenkasse “Knappschaft”.

Zu dieser Operation kam es nie, da mich am selben Tag RTL2 bzw. meine Produktionsfirma Eyeworks Germany GmbH fand. Beim MMK sollte man sich im Vorfeld schon über die verschiedenen Operationsverfahren informieren und sich mit bereits operierten austauschen, dazu wird einem das Forum www.adipostias-foren.de ans Herz gelegt, wo Eyeworks auf mein Profil aufmerksam wurde und mir das Projekt “Extrem schwer – Mein Weg in ein neues Leben” vorstellte.
Bereits nach dem ersten Telefongespräch war ich davon überzeugt, dass ich zuerst diesen Weg gehe, bevor die Operation meinen letzten Ausweg darstellt.

 

Extrem Schwer Kandidaten

  • Agnes Achouri – Extrem schwer
    Agnes Achouri war ebenfalls Kandidatin bei Extrem schwer. Sie konnte innerhalb eines Jahres ihr Gewicht halbieren und war bei der Ernährung noch konsequenter als ich. Sie war wirklich extrem Paleo und hat auf zb Milchprodukte verzichtet, die für mich nieeeeeeemals hätten fehlen dürfen. Agnes konnte ich als erste der Kandidaten kennenlernen und auch heute verstehen wir uns gut und versuchen uns gelegentlich zum Grillen, trainieren oder quatschen zu treffen.

Extrem Schwer Trainer

  • Olivia Walus – Personal Trainer
    Olivia Walus war meine Trainerin bei Extrem schwer. Sie war 5 Tage die Woche an meiner Seite. Aus dieser Zeit hat sich schon während “Extrem schwer” eine Freundschaft entwickelt, die ich heute nicht mehr missen will. Sie ist heute eine kleine Schwester für mich und sofern unsere Terminkalender es zulassen, sehen wir uns.
    Heute meistens aber eher Privat und nicht mehr zum trainieren, zumindest nicht, wenn das Wetter nicht perfekt ist. Scheint die Sonne? Trifft man uns beim chillen oder sporteln draußen an, ansonsten steht eher Kino oder im Bett liegen und rumalbern auf dem Programm.
  • Felix Klemme – Personal Trainer
    Felix Klemme war mein Trainer und der Headcoach von Extrem schwer. Am 26.06.2012 gegen 14 Uhr überraschte er mich im Freibad in Jülich mit der Tatsache, dass ich bei dem Projekt dabei bin. Ich konnte es kaum glauben, dass nach jahrelangem “Null-Erfolg” auf einmal mein neues Leben starten sollte. Er war der erste Mensch, der seit gefühlt 24 Jahre an mich geglaubt hat. Er hat mir gezeigt, dass ich auch als “fetter” Mensch einen Wert habe und ich mich selbst akzeptieren muss. Der Beginn eines erfolgreichen Jahres.

Comments

  1. sven on 11. Januar 2015 at 23:37 said:

    Lieber thorsten, zum thema transfette möchte ich dir mitteilen, dass chips schon seit langem so gut wie keine transfette mehr enthalten. Diverse untersuchungen der letzten jahre haben das gezeigt, im netz lässt sich das ebenfalls finden. Leider schreibt der eine meist vom anderen ab und so werden weiterhin veraltete fakten verbreitet, die längst nicht mehr stimmen.
    Gruss, sven

    • Hallo Sven,

      der Artikel basierte auf Studien aus den Jahren 2009 – 2012. Ich konnte Absichtserklärungen finden, dass Chipshersteller die Produktion dahingehend ändern möchten, dass weniger Transfette in ihren Produkten enthalten sind.
      Seriöse Studien oder Untersuchungen konnte ich bisher dazu keine finden. Danke für deinen Hinweis. Ich werde auch dementsprechend noch einmal recherchieren und den Artikel bei Bedarf ändern.

      Viele Grüße
      Stephan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.