Torsten Prix Outdoor Training

Extrem schwer – mein Weg danach #2

Schnipp schnapp, Haut ab!

Es war eine intensive Zeit mit Dir meine Haut, aber leider müssen wir uns jetzt trennen. Wir passen einfach nicht zusammen. Nach nun mehr einem Jahr habe ich festgestellt, dass es – im wahrsten Sinne des Wortes – zuviel Reibungspunkte in unserer Beziehung gibt.

Die 14 Tage im Krankenhaus nach der Operation waren schwierig, aber zuhause war es noch anstrengender.


Meine Ernährung vor dem Krankenhausaufenthalt war weitestgehend clean. Die Nahrung, die man im Krankenhaus bekommt, macht nicht nur nicht gesund, sondern fixt Menschen mit Adipositas, wie mich, auch wieder an. Ich hatte fast gänzlich 1,5 Jahre ohne stark verarbeitete und isolierte Kohlenhydrate gelebt und war davon überzeugt “geheilt” zu sein.
Allerdings habe ich festgestellt: Adipositas ist und bleibt eine Sucht, die Fettsucht.
Die Zeit im Krankenhaus belehrte mich eines Besseren. Die ersten Tage weigerte ich mich noch, doch dann konnte ich der Liebe zu meinem Brot irgendwann nicht mehr widerstehen.
Die unausweichliche, tägliche Konfrontation mit Nudeln, Brot, Kartoffeln, Reis – sowie stark verarbeiteten Lebensmitteln war für meinen Kopf zu viel.
Er gewöhnte sich schleichend wieder an genau diese Lebensmittel, die ich in meinem Jahr bei “Extrem schwer” komplett gemieden hatte.

Adipositas ist und bleibt eine Sucht!

Es war ein schleichender Prozess. Zuerst hatte ich keinerlei Angst vor der Ernährung, aber als ich nach der Operation den Wunsch äußerte “Naturjoghurt” und frisches Obst zu bekommen, wurde ich mit einem Blick gemustert, den ich bis heute nicht vergessen kann. Unheimlich, verwirrt, böse und absolut überrascht prallte der Blick von den Augen der Schwester auf meinen bandagierten Körper.
Ich hatte Angst, dass ich etwas Falsches gesagt hatte. Jedoch entgegnete mir die Krankenschwester nach der schockierenden Äußerung meines Wunsches: “Oh, das ist selten – ich befürchte das bekomme ich nicht, aber ich gebe mein Bestes!”

Ich kann mich leider nicht an einen Krankenhausaufenthalt vor diesem erinnern. Allerdings frage ich mich: Ist es normal und alltäglich, dass man heutzutage nur zwischen Pest und Cholera wählen kann? Gleich ob ich die “normale”, die vegetarische oder die “Schonkost” – Variante wählte, überall waren Zusatzstoffe und isolierte Kohlenhydrate zu sehen.
In den ersten Tagen im Krankenhaus schaffte ich es morgens und abends auf das Brot zu verzichten. Zwei Scheiben Wurst, eine Scheibe Käse und mit Glück noch 20g Philadelphia waren absolut nicht genug um satt zu werden. Beinahe schon unverschämt.
Ich hatte die ganze Zeit Kohldampf und so ergab ich mich irgendwann meinem Hunger.

Zuhause wurde es nicht besser. Ich hatte auf einmal wieder Verlangen nach Zucker, Schokolade, Gummibärchen, Brot oder Gebäck jeder Art.torsten-prix-extrem-schwer-danach
In meinem Kopf rechtfertigte ich mein Essverhalten jedes Mal mit Gedanken wie: “Na ja gut, du wurdest operiert, jetzt braucht der Körper das auch mal.”
Ätsch, scheiße, quatsch! Der Körper braucht genau dieses Essen nicht!

Normalerweise hat die WG in der ich wohne fast nur Vorteile. Wenn es um das Thema Ernährung geht kommen für meine aktuelle Situation aber auch immense Nachteile hinzu. Hier liegt ernährungstechnisch viel “Scheiß” herum, der meinen inneren Schweinehund ständig auf die Probe stellt.

Letztlich kam ich nie wieder in den Flow. Warum? Ganz einfach. Die Sucht hatte mich wieder gepackt. Heute, ein Jahr nach der ersten Operation und ein paar Monate nach der zweiten – habe ich meine dritte Operation verschoben. Ich habe meine Operation verschoben, weil ich absolut unzufrieden mit meinem Fitnessgrad und meinem Erscheinungsbild bin. Klar bin ich, salopp gesagt, nicht fett oder komplett unfit – aber eben aus meiner Sicht deutlich zu schwer und außer Form.

Darum rufe ich, für mich persönlich, meine Challenge ins Leben! Ich werde in 8 Wochen wieder fit sein, ich werde mich wieder daran gewöhnen Sport zu machen. Spätestens nach diesen 8 Wochen will ich mindestens 5-6x die Woche Sport treiben. Ausdauer- und Kraftsport wird kombiniert.
Ich halte Euch hier im Blog, auf YouTube ( mit neuen Sportvideos ) und Facebook mit Videos auf dem laufenden & zeige Euch, dass JEDER von euch – bzw. von UNS – auch in der Lage ist es “alleine” zu schaffen.

Ich werde das wieder schaffen, so wie Du es auch schaffen kannst! Gib Gas!

13 Kommentare
  1. Vera van ool
    Vera van ool says:

    Oh, wie gut kann ich dich verstehen., es ging mir auch so, leider habe ich Absprung verpasst und hab bis auf ein paar Kilo alles draufgefuttert. Bin jetzt wieder am Start. Mache auch ne challenge, ne 80 Wochen Challenge, so lange wird es wohl dauern meine 60 kg zuviel los zu werden.

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  2. Sommerkind Kerstin
    Sommerkind Kerstin says:

    Torsten, Du schaffst das !!! Vielen Dank für den ausführlichen Erfahrungsbericht. Ich habe noch 5 Wochen bis zum Strandurlaub und muss auch noch richtig Gas geben. Die Bikinifigur ist noch sehr gut versteckt 🙁

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    • Torsten Prix
      Torsten Prix says:

      5 wochen ist für den anfang gut!
      auch wenn du Urlaub hast bzw. machst, gib nicht die ganze arbeit und disziplin auf um diesen dann zu genießen!
      Denk dran, dass Du danach sonst wieder doppelt kämpfen musst!!!

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  3. gabi grins
    gabi grins says:

    prima… ich mach auch mit… habe meine ernährung seit knapp zwei wochen komplett umgestellt… ich esse “clean” fühl mich super, fitter und zufriedener… habe inzwischen knappe vier kilo runter… bis zum urlaub will ich noch einiges schaffen… sind ebenfalls acht wochen… also mein grosser:”challenge accepted”!!!

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  4. Kerstin
    Kerstin says:

    Hallo Torsten! Ich habe mal eine Frage du hast geschrieben das du dich nach Paleo ernährst und auf deine Kalorien zahl achtest. Welche Kalorienmenge hast du dir berechnet oder achtest du einfach pro Gericht das es nicht so viele sind? Wäre schön wenn du mir das erklären würdest. Und ich finde super was du geschafft hast und wieder vor hast. Ich drücke dir die Daumen das du das schaffst. Lg Kerstin
    P.S. Wann kommt eigentlich dein nächstes Buch raus ?

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