Sind Chia-Samen ein Superfood?

Pulverisierte Früchte, Algen, Gräser, Samen, Säfte oder Marmelade – als Superfood wird heute alles bezeichnet, was gesund, jung, schlank oder leistungsfähiger machen soll und einen hohen Anteil an Vitaminen, Eiweißen, Mineralien und Ballaststoffen aufweist.

Superfood Teil I: Ernährungsstrategien über den Tellerrand hinausdenken

Zuerst waren es US-Vegetarier und Sportler, die nach hoch dosierten Vitaminbomben und einem natürlichen Boost aus Nährstoffen suchten. Sie wollten ein Maximum an Energie, ohne unnötigen Kalorienballast oder tierische Produkte. Von hier schwappte der Trend zur schlanken, gesundheitsbewussten Ernährung auf den Rest der Welt über, die exotische Lebensmittel mittlerweile leicht in die heimische Küchen importieren und ausprobieren konnte.

Als Superfood bezeichnete Nahrungsmittel sind in ihrer Heimat vielfach traditionell verwendete Heilmittel. Der Trend zum Superfood entwickelt sich parallel zu dem Versuch, regionale bewährte Erfolgsrezepte überregional für einen gesunden Lebenswandel einzubringen.

Die Aroniabeere half schon den Potawatomi-Indianern gegen Erkältungen. Die Heilkräfte der Acai-Beere wurden in ihrer Heimat am Amazonas als Mittel gegen Infektionen oder Haarausfall geschätzt. Baobab vom südafrikanischen Affenbrotbaum wurde traditionell bei Magen- oder Kopfschmerzen eingesetzt. Guarana belebte Indios seit Jahrhunderten mit ihren stark koffeinhaltigen Kernen und dämpfte ihren Hunger.

Superfood Teil II: Zurück zu den eigenen Wurzeln – Superfood von NebenanHeimische Beeren sind Superfood

Regionales Gemüse wie Grünkohl ist an Nährstoffreichtum importiertem Superfood mindestens ebenbürtig. Lange Transportwege sind dem gesundheitlichen Nutzen nicht zuträglich. Schon in getrockneten Früchten ist der Vitaminanteil reduziert, zu Pulver oder noch weiter verarbeitet, schwinden positive Effekte zusehends. Mit der Ökobilanz im Blick wird der Gesundheitskick frischer, heimischer Lebensmittel noch intensiver.

Äpfel, Zwiebel und Karotten sind sehr reich an Beta-Carotin und Ballaststoffen. Die Brombeere ist ein natürlicher Vitamin- und Mineralstoffmix mit viel Eisen und Magnesium. Löwenzahn ist eine BItterstoffbombe. Walnüsse enthalten Omega-3-Fettsäuren, deren positiver Effekt auf die Herzgesundheit oder auch bei Arthritis in vielen Experimenten angezeigt wurde.

Eine Langzeitstudie an einer Gruppe von Probanden ergab, dass Rosenkohl weiße Blutkörperchen vor Aminen schützt, die über gebratenes oder gegrilltes Fleisch als Oxidantien unseren Organismus angreifen können. Laborstudien zeigten, dass das im Mangold enthaltene Chlorophyll die Leber bei der Entgiftung unterstützen und die Blutbildung anregen kann. Kürbis unterstütze die Regeneration von Bauchspeicheldrüsenzellen. In Experimenten an menschlichen Zellkulturen wurde nachgewiesen, dass Phenolverbindungen aus Blaubeeren die Wucherung von Dickdarmkrebszellen hemmten.

Für den heimischen Rotkohl konnte eine Studie eine sehr hohe antioxidative Wirkung nachweisen. Der Anteil an „Radikalenfängern“ in Rotkohl sei ähnlich hoch wie der der Acaibeere und in Granatäpfeln. Ursache dafür ist wie bei Roter Beete, Weintrauben oder Johannisbeeren das Antioxidans Anthocyan, das sie als natürlichen Farbstoff enthalten.

Die Studie beobachtet aber auch, dass die antioxidative Wirkung im Liposomensystem zeitgleich mit einer geringeren antioxidativen Aktivität im Beta-Carotin-System einhergeht. Die antioxidative Wirkung eines Lebensmittels sei immer im Zusammenhang zu betrachten.

Individuelle Geschmacksurteile zu Superfood aussagekräftiger als wissenschaftliche Studien

Es ist schwierig, den Effekt von Superfood objektiv bewerten zu wollen. Es gibt viele sehr positive, geradezu überschwängliche Erfahrungsberichte. Bei anderen Menschen blieb die erwartete Wirkung aus.

Wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Nährstoffen an Zellkulturen in einem Labor, in derart überhöhten Mengen, wie sie Menschen nie verzehren würden oder gar an Ratten lassen keine sinnvollen Rückschlüsse zu.

Menschen nehmen Nahrungsmittel immer in Kombination zu sich. Nur im Zusammenspiel können Nahrungsmittel ihre ganze Kraft entwickeln. Beta-Carotin aus Karotten oder Spinat kann beispielsweise leichter aufgenommen werden, wenn es zusammen mit einem fettigen Salatdressing gegessen wird. Alle Nahrungsmittel haben in Maßen ihre Berechtigung. Superfood allein kann eine insgesamt ungesunde Ernährung nicht ausgleichen. Wichtig ist, dass der Speiseplan möglichst ausgewogen und abwechslungsreich ist.

Dazu leisten die extrem eiweißhaltige Quinoa als Reis-Alternative, die von Omega-3- und -6-Fettsäuren strotzenden Chia-Samen oder das vitamin- und proteinreiche Weizen- und Gerstengras unbestritten einen wichtigen Beitrag.

Welche Risiken birgt Superfood?

Aus dem Ausland importiertes Superfood unterliegt oft nicht unseren scharfen Anbaukontrollen. In der Vergangenheit wurden Spuren von Pestiziden bei Chia-Samen, Moringa, Goji-Beeren und in Weizengraspulver gefunden. Laut Öko-Verordnung ist in der EU der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide verboten. Wer Superfood aus dem Ausland erwirbt, sollte daher darauf achten, biologisch angebaute Produkte zu kaufen, die mit genauen Angaben zum Nährstoffgehalt deklariert sind. Bei dem Superfood von Shop Apotheke kann man zu jedem Produkt eine Tabelle mit Nährstoffen und detaillierter Beschreibung finden.

Der Verzehr von Goji-Beeren, denen insgesamt eine positive Wirkung auf das Immunsystem nachgesagt wird, kann in Verbindung mit der Einnahme sogenannter Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar oder Coumadin) Wechselwirkungen hervorrufen und das Blutungsrisiko gefährlich erhöhen. Schwangeren wird vom Verzehr von Goji-Beeren abgeraten, da allergische Reaktionen beobachtet wurden.

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